*I wouldn't say things like this today.

DISKURS ALS KÜNSTLERISCHES MATERIAL? WIE WIRD KUNST RELEVANT? UND FÜR WEN? ﷯﷯ WIR STELLEN UNSER NARRATIV HER. WIR STELLEN GLAUBEN HER. WIR SCHREIBEN GESCHICHTEN. WIR FÜLLEN DIE AMBIVALENZ DER WELT MIT ZEITWEILIGER BEDEUTUNG. WIR MACHEN DISKURSIVE STRATEGIEN ZU UNSEREM KÜNSTLERISCHEM MATERIAL. AUS UNSEREN BEMÜHUNGEN DIE WIRKLICHKEIT ZU VERÄNDERN REKONSTRUIEREN WIR ROMANTIK. Diese Webseite ist die Plattform meines digitalen Narrativs. Neben der Arbeit in der Agency for Contemporary Artistic Discourse and Collaboration und dem Performen von Jaydn Hubrecht nutzte ich das Schreiben, Layouten und Reden als Werkzeuge um Geschichten um meine Arbeit und meine Leben zu erzählen. Ich inszeniere sie immer wieder neu, aktualisiere, rekonstruiere und erfinde Details. Es bleibt unklar was wahr ist und welche Aufgabe vermeintliche Authentizität erfüllt. Künstler*innen liefern Geschichten und Sehnsüchte. Sie eröffnen Visionen und führen Fäden zusammen, wo es nicht erwartet wird. Sie erzeugen Mehrwert und Bedeutung für ansonsten schale und eintönige Leben und Objekte. Sie deuten Sinn in das Abarbeiten des Lebens. Im besten Fall lassen künstlerische Arbeiten einen aufregenden Blick auf die Kontingenz von Wirklichkeiten erhaschen. Aber es liegt trotzdem meist nicht in den Händen der Künstler*innen ihre eigenes Narrativ zu erzeugen. In der Kunstwelt haben sich spezielle Professionen entwickelt, die diese Aufgaben übernehmen. Häufig sind sie die Komplizen oder gar die Gatekeeper zur Kunstwelt selbst. Erst in Verbindung zur Kunstwelt wird die Arbeit der Künstler*innen relevant. WOZU BRAUCHT EIN*E KÜNSTLER*IN DIE KUNSTWELT? Gerne dichtet man der Kunst eine Natur an. Kunst ist dabei etwas, das alle Menschen verstehen können, sie wird als universal inszeniert. Das, was die meisten Menschen als Realität empfinden, entwirft ein anderes Bild. Nur wenige betrachten und erleben Kunst. Etwas zu produzieren oder zu performen, das sowohl einen Fachdiskurs und gleichermaßen Laien faszinieren kann, ist kaum planbar. Viel häufiger ist zeitgenössische Kunst codiert und benötigt eine spezifische Bildung um gelesen werden zu können. Und falls Kunst nicht auf eine spezielle Weise verschlüsselt ist, wird sie von den wichtigen Diskursen innerhalb der Kunstwelt als platt verstanden. Doch das was von Vornherein für die meisten Menschen verständlich ist – gerade durch das Internet und die Alltagsinszenierungen, ist die Erzählung über KünstlerInnen selbst. Das emotionale Abbild einer*s Künstlers*in ist in der Lage ihre Aktionen und Produkte mit Bedeutung aufzuladen und Verständnis zu erzeugen und ist auch in der Kunstwelt ein wichtiges Werkzeug beim Herstellen von Wert. Ohne die Kunstwelt bleiben Künstler*innen unhörbar für die meisten Menschen und für die Akteurinnen der Kunstwelt ohnehin. Sie ist ein Forum und dient neben der Finanzierung von künstlerischer Arbeit dem Herstellen von Öffentlichkeit. Sie ist ein geschlossenes System, das nach Außen eine Kompetenz zur Benennung von "wahrer" Kunst ausstrahlt (Apparat der Verifikation). Diese Kompetenz wird wiederum von anderen Systemen genutzt um z.B. „wahre Kunst“ zu verkaufen, sie zu handeln oder sie einfach zu rezipieren. Das Feld der Kunst/das Kunstsystem/die Kunstwelt finanziert ihr Personal, also die Kurator*innen, Kritiker*innen, Theoretiker*innen, Dealer, Galerist*innen, Vermittler*innen und nicht zuletzt die Künstler*innen. Kunst kann einen wichtigen gesellschaftsgestaltenden Beitrag leisten (z.B. durch Sinnstiftung) und sollte daher auch bezahlt werden. Die Kunstwelt funktioniert exemplarisch für Wertschöpfungsprozesse in der Gesamtgesellschaft. Auch in anderen Bereichen dienen Narrative zur Wertschöpfung (im Vokabular der Wirtschaft: Marketing). Als Künstler*in kann man sich dessen bewusst sein, dass der eigene Mythos gestaltbar und nutzbar ist. Man kann ihn benützen um sich innerhalb von künstlerischen Diskursen zu platzieren und um Menschen außerhalb des Kunstsystem zu erreichen. Die Versatzstücke eines eigenen Narrativs werden wie oben angekündigt laufend erweitert und verändert. from 2015

Amelie Jakubek

Jaydn Hubrecht

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