Amelie Jakubek Jaydn Hubrecht

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MY BUSINESS

Konzept und Choreographie:  Amelie Jakubek

 

Ausführende: Vier Tänzerinnen in Abendgarderobe: Laura Ramos, Julia Angerstein, Annamari Keskinen, Lauren Mace.

 

Während der Pause einer mehrstündigen zeitgenössischen Tanzveranstaltung wird eine Bank von drei Tänzerinnen bespielt, die sich zunächst nicht auffallen. Wie durch Zufall befinden sich neben der Bank ein Straßenmusikanten-Duo. Die Musiker sind engagiert, auch wenn sie sonst tatsächlich auf der Straße ihr Geld verdienen. An diesem Abend wird Ihnen ein Lohn gezahlt.

 

Die Musiker spielen und werden zur Pausenuntermalung, doch nach einiger Zeit wird dem Publikum klar, dass die Bewegungen der Tänzerinnen ein Muster verfolgen und dass die Musik die Tänzerinnen begleitet. Vor ihnen steht eine Spendenbox, die mit Schild um die Abendgage der Musiker bittet.

 

Jede eingeworfene Münze ist ein Signal für die Tänzerinnen, sich wieder aufzurichten. Ansonsten sind ihre Bewegungen fließend langsam Richtung Boden. Die Tänzerinnen haben die Aufgabe sich gehen zu lassen, sich verwalten zu lassen. Wird keine Münze gespendet, verläuft ihre Performance immer weiter Richtung Kontrollverlust hin zu sabbernden Münder, dreckigen Knien und verrutschter Kleidung.

 

Einzelne BesucherInnen erkennen während der Performance ihre Macht als GeldgeberInnen und spielen mit dem Einwurf der Münzen. Die Performance wird durch einen Schrei unterbrochen und beendet, eine vierte Tänzerin "raubt" die nunmehr kalt starrenden Tänzerinnen aus und weist sie an zu gehen, bevor sie nochmals wild zur Musik tanzt und eine "richtige" Tanzshow liefert. Nach Auswertung der Spenden wird klar, dass das Publikum Minimalbeträge gespendet hat.

 

Die Performance findet scheinbar außerhalb des offiziellen Raums und Programms statt und bedient sich Zitaten aus Subkulturen, die im Kontext von Machtstrukturen als minderwertig betrachtet werden müssen, gleichzeitig aber auch als Faszinosum und Inspiration für VertreterInnen der Hochkultur gelten. Die Bewegungen sind angelegt nach einem Found Footgage-Video, das Jugendliche nach dem Konsum einer nicht identifizierten Droge zeigt, dokumentiert von einem anderen Jugendlichen aus ihrem Kreis, im Internet auf sensationslüsternen Seiten geteilt, neben Videos von Attentaten, Vergewaltigungen, Verkehrsunfällen und der gesamten abgründigen Seite des Menschseins. Die Musiker spielten eines Tages für Freunde auf einer Bank im Park, nirgends hatten sie eine Spendendose oder Vergleichbares aufgestellt, trotz Sprachbarriere konnten Termine für Proben gefunden werden und auch am Tag der Aufführungen waren sie vor Ort.

 

 

short documentation

of the performance

Motivation:

We get information through images because the internet mainly consists out of them. It has never been so easy to transfer and share pictures before. We develop new skills to filter visual information a lot quicker than our ancestors did. We are spectators. We have access to things we would have never been able to see, which would have never touched our reality, if the variety and prevalence of recording and viewing tools wouldn’t be as big as it is. If we want, we can experience first-hand impressions of catastrophes, wars and crazy stuff. We can see real gore, real fights, real kink, … etc. only filtered through the lousy qualities of mobile phone-recordings. Because somewhere there’s always a person holding up a smartphone recording the weird things. Some videos even go viral, others are really hard to find.

On my journey through the internet, forcing myself to look at what people consider as reality, I once found a quite aesthetic video, somehow graceful, but mostly weird and bizarrely fascinating. It’s just three persons sitting on a bench being high on what substance ever. The move very, very slowly but have moments in which they complete an action quite fast and coordinated and somehow they have a strong urge to move towards the ground, but try to help each other to stay sitting on the bench. I could watch the video over and over again, because this facet of reality looks so beautiful but actually displays something rather uncanny. It’s like the romantic impressions you get from old destroyed buildings or industrial ruins – but transferred to people. That’s why I wanted to work with this video.